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Traumdeutung im Islam: feines geometrisches Arabesken-Muster mit Mondsichel im Nachthimmel
Islamische Tradition

Traumdeutung im Islam (Ibn Sīrīn)

Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2026

Die Traumdeutung hat in der islamischen Kultur eine lange und geachtete Geschichte. Träume gelten als Teil des menschlichen Lebens, über den in Überlieferungen viel nachgedacht wurde. Dieser Überblick stellt die Tradition sachlich und mit Respekt dar – als kulturelles und religiöses Wissen, nicht als Glaubensvorschrift. Für verbindliche religiöse Fragen sind Gelehrte die richtigen Ansprechpartner.

Die drei Arten von Träumen

Nach einer weit verbreiteten Überlieferung unterscheidet die islamische Tradition drei Arten von Träumen. Der erste ist die ruʾyā, der wahre, gute Traum, der als frohe Botschaft verstanden wird. Der zweite ist der ḥulm, ein verwirrender oder ängstigender Traum, den man dem Einflüstern des Schaitan (des Bösen) zuschreibt. Der dritte entspringt schlicht den eigenen Gedanken und Sorgen des Tages – dem, was den Menschen ohnehin beschäftigt.

Diese Dreiteilung ist wichtig, weil sie zur Ruhe rät: Nicht jeder Traum ist eine Botschaft, und ein beunruhigender Traum muss keine Vorhersage sein. Die Tradition legt großen Wert darauf, Menschen von unnötiger Angst zu entlasten.

Ibn Sīrīn und die klassische Traumdeutung

Mit der islamischen Traumdeutung wird vor allem ein Name verbunden: Muhammad Ibn Sīrīn (ca. 653–729), ein früher Gelehrter aus Basra, der als besonders weiser Deuter galt. Ihm wird ein umfangreiches Traumbuch zugeschrieben, das über Jahrhunderte kopiert und erweitert wurde – wobei die moderne Forschung annimmt, dass vieles davon erst später unter seinem berühmten Namen gesammelt wurde.

In dieser Tradition werden Symbole oft mit Bezug auf Sprache, Koran und Alltag gedeutet. Wasser, Bäume, Milch, Schlangen oder das Fliegen tragen jeweils ein reiches Bedeutungsfeld. Charakteristisch ist, dass die Person des Träumers, seine Lage und seine Absichten in die Deutung einfließen – dasselbe Bild kann für verschiedene Menschen Verschiedenes bedeuten.

Die Etikette im Umgang mit Träumen

Zur Tradition gehört eine feine Etikette. Einen schönen Traum darf man dankbar aufnehmen und nahestehenden Menschen erzählen. Bei einem schlechten Traum rät die Überlieferung dazu, Schutz zu suchen, ihn nicht weiterzuerzählen und ihm keine Macht über den Tag zu geben.

Auch vor vorschneller Deutung wird gewarnt: Ein Traum sollte mit Bedacht und von einem wohlmeinenden, kundigen Menschen gedeutet werden, nicht leichtfertig. Diese Haltung – Dankbarkeit für das Gute, Gelassenheit gegenüber dem Beunruhigenden – prägt den Umgang mit Träumen bis heute.

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Häufige Fragen

Was sind die drei Arten von Träumen im Islam?

Der wahre, gute Traum (ruʾyā), der ängstigende Traum, der dem Schaitan zugeschrieben wird (ḥulm), und der gewöhnliche Traum, der aus den eigenen Gedanken und Sorgen des Tages entsteht.

Wer war Ibn Sīrīn?

Muhammad Ibn Sīrīn (ca. 653–729) war ein früher islamischer Gelehrter aus Basra, der als weiser Traumdeuter galt. Ihm wird das bekannteste klassische Traumbuch der islamischen Tradition zugeschrieben.

Wie soll man laut Überlieferung mit einem schlechten Traum umgehen?

Die Tradition rät, Schutz zu suchen, den Traum nicht weiterzuerzählen und ihm keine Macht über den Tag zu geben. Ein guter Traum hingegen darf dankbar angenommen und erzählt werden.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Ibn Sīrīn zugeschriebenes Traumbuch (Taʿbīr ar-ruʾyā)Die über Jahrhunderte gewachsene Sammlung klassischer islamischer Traumdeutung.
  • Klassische Überlieferungen (Hadith-Literatur)Auf ihnen beruht die verbreitete Einteilung in drei Traumarten und die Etikette.

Redaktionell aufbereitet von der Redaktion traume.pro.

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